Digitalisierung: Energieversorger müssen sich neu erfinden

Digitalisierung: Energieversorger müssen sich neu erfinden

Foto: Sunny Studio/Adobe Fotolia

Energieversorger und Stadtwerke müssen ihre bisherigen Geschäftsmodelle auf den Prüfstand stellen. Die Energiewende und die damit verbundene Themen wie Dekarbonisierung, Dezentralisierung, Digitalisierung, Demographie und Diversifizierung werden in der Branche bereits als die herausfordernden „5-D-Themen“ gehandelt.

Eine nun veröffentlichte Studie „Die 5-Dimensionen der Energiewirtschaft“ macht deutlich: So wie bisher kann es nicht weitergehen. Auch die befragten Unternehmen schätzen die Auswirkungen der Veränderungen als gravierend ein. Und mehr: Die fünf Kernthemen stehen nicht für sich alleine, sondern sind eng miteinander verzahnt. Aufgrund der Diversifizierung der Geschäftsmodelle wird den Themen Smart City, Speichertechnologien/Regelenergie, Quartiersentwicklung sowie Breitband/Telekommunikation von den Teilnehmern der Studie eine hohe Bedeutung beigemessen. Gleichzeitig wird aber deutlich, dass viele noch kein Umsetzungskonzept vor allem im Bereich Digitalisierung haben.

Um die Digitalisierung in der Energiewirtschaft zu ermöglichen, identifiziert die Untersuchung intelligente Zähler als zentralen Bestandteil. Echtzeitdaten sind die Grundlage für neue Geschäftsmodelle.

Dieser Ansicht ist auch die Lemonbeat Geschäftsführer Oliver van der Mond, der auf der Ende Januar in Düsseldorf stattgefundenen 19. Jahrestagung „Zähl- und Messwesen aktuell“ das Lean Metering Konzept der Lemonbeat GmbH vorgestellt hat. Das Konzept zielt dabei vor allem auf den Markt der modernen Messeinrichtungen (mME) und macht diese digitalen Stromzähler, die in den meisten „Otto-Normal-Haushalten“ verbaut sind oder im Rahmen von Modernisierungen nun verbaut werden, zu intelligenten Messeinrichtungen. Die Stromzähler sind mit einer dualen Funktechnologie ausgestattet, die zum einen den Ableseprozess vereinfacht und zum anderen dem Endkunden hochgranulare Verbrauchsdaten zur Verfügung stellt. Auf der Veranstaltung forderte van der Mond dann auch ein neues Denken der Anbieter. Während die Technologie die Basis für neue digitale Geschäftsmodelle darstellt, sollten die Unternehmen offen für eine Datenplattform sein, auf der auch Drittanbieter ihre Produktideen entwickeln könnten. So könnten alle Seiten profitieren. Stromerzeuger, Messstellenbetreiber, App-Entwickler und schließlich die Endkunden.


Lemonbeat CEO Oliver van der Mond auf der 19. Jahrestagung „Zähl- und Messwegen aktuell“ mit seiner Vision einer schlanken Lösung zur Wertschöpfungssteigerung im Energiemarkt.

Und was sagt die Studie? 45 Prozent der Studienteilnehmer sehen in ähnlich gelagerten Smart-Home-Lösungen als White Label ein mögliches Geschäftsmodell. 55 Prozent scheuen dagegen den Aufwand wie beispielsweise Beratung, Retouren etc.. Was fehlt ist laut Studie ein „Kümmerer“ für eine ganzheitliche Betrachtung der Digitalisierung im Unternehmen. Als Gründe werden u.a. knappe Kapazitäten und mangelndes Know-how genannt.

Die Mehrheit der Teilnehmer ist dennoch davon überzeugt, dass der Erfolg ihrer Stadtwerke oder ihres Energieversorgungsunternehmens vor allem von der Entwicklung neuer Geschäftsfelder abhängt. Hingegen sind immerhin 38 Prozent der Unternehmen der Meinung, dass das Hauptgeschäft weiterhin im Bereich Netzbetrieb und Energievertrieb zu finden ist.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Geschäftsleitungen der befragten Unternehmen der Digitalisierung zwar durchaus eine hohe Priorität beimessen, die Mehrzahl aber immer noch über kein Umsetzungskonzept verfügt. Das Thema intelligente Stromzähler wird überwiegend als Aufgabe für das Gesamtunternehmen wahrgenommen und erfordert ein Neudenken der damit verbundenen Möglichkeiten.

Surftipp:
Erfahren sie hier mehr über Lemonbeat Lean Metering