Intelligente Rolläden, die sich eigenständig öffnen und schließen

Intelligente Rolläden, die sich eigenständig öffnen und schließen

Das RWE Atrium mit intelligenten Rollladen, die sich je nach Wetter-, Sonnen- und Temperaturbedingungen selbstständig öffnen und schließen. Foto: Manuel Adler

Stellen Sie sich vor, Ihre Fensterläden wüssten, wann sie sich öffnen oder schließen sollen – und das nicht nur bei Tag oder Nacht, sondern auch je nachdem wie viel Licht gerade in den Raum fällt, wie hoch die Innentemperatur ist, oder wie sich gerade das Wetter verhält. Was sich für Ihr Zuhause nach einer tollen Sache anhört, ist in Bürogebäuden sehr nützlich, da hier in der Regel viele Fenster einen großen Einfluss auf das Raumklima haben.

Um die heutigen Möglichkeiten in der Gebäudeautomation unter Beweis zu stellen, wurde im Atrium des RWE Rechenzentrums nicht weit von Köln, in Grevenbroich, ein so genanntes „Proof-of-Concept“ durchgeführt. Sensoren, die die Sonnenintensität, Temperatur, Wind und andere atmosphärische Bedingungen messen, können direkt mit den Jalousien im Vorhof kommunizieren, ohne dass sie über eine zentrale Steuereinheit verbunden werden müssen. Das Ergebnis: jederzeit optimale Licht und Temperaturverhältnisse. Gleichzeitig kann Energie gespart werden.

Intelligente Rolläden regeln das Raumklima und helfen Energie zu sparen. Quelle: Lemombeat GmbH

Intelligente Rolläden regeln das Raumklima und helfen Energie zu sparen. Quelle: Lemombeat GmbH

Die vollautomatische Regelung der Rollläden und Markisen ergänzt die bereits im Atrium installierten manuellen Handschalter. Herkömmliche Sensoren werden verwendet, um die gegenwärtigen Licht- und atmosphärischen Bedingungen zu messen. Die Sensoren übergeben ihre Daten an ein Lemonbeat-Modul, das wiederum alle Informationen an eine Jalousie-Steuerung, die ebenfalls mit der Lemonbeat-Technologie ausgestattet wurde, kommuniziert. Die Module nutzen dabei die „Lemonbeat smart Device Language“ (LsDL), einer XML-basierten Skriptsprache, die für die einfache Steuerung von Geräten in einem IoT-Ökosystem konzipiert wurde.

Das IoT-Modul: Kommunikation benötigt keine zentrale Steuereinheit

Eine Besonderheit der Lemonbeat IoT-Technologie ist die direkte Kommunikation. Die Module tauschen Daten untereinander aus, ohne jegliche Umleitung über eine zentrale Steuerung.

Dementsprechend können Entscheidungen anhand eines einfach einstellbaren Regelwerks getroffen werden:

  • Bei starkem Wind können die Jalousien nicht mehr manuell ausgerollt werden
  • Wenn die Raumtemperatur zu stark absinkt, rollen sich die Jalousien unabhängig von der Sonnenrichtung wieder ein
  • Wird ein Defekt in einer der Jalousien erkannt, wird dieser automatisch deaktiviert

„Mit dieser ersten Konzeptinstallation können wir zeigen, wie flexibel unsere Lemonbeat IoT-Technologie ist“, kommentiert Dr. Norbert Verweyen, Geschäftsführer der Lemonbeat GmbH. „Im Bereich der Gebäudeautomation sind maximale Effizienz, minimaler Aufwand und geringe Kosten entscheidend. Da keine zentrale Steuereinheit mehr erforderlich ist, werden erhebliche Einsparungen bei der Hardware und im Entwicklungsaufwand erzielt.“

Kommunikationsmethoden zur Erfüllung verschiedener Anforderungen– auch bei Nachrüstungen

Lemonbeat ermöglicht die Kommunikation über ein beliebiges IP-Protokoll, beispielsweise Ethernet-LAN, WiFi oder einem speziell-patentierten 868-MHz-Funk mit hoher Reichweite. Im RWE Atrium wurde die Funkoption gewählt, da sie für die erforderliche Nachrüstung am besten geeignet war. Bert Vent, Leiter der Datacenter Infrastructure bei RWE, ist beeindruckt: „Die Installation wurde innerhalb von zwei Tagen ohne viel Aufwand durchgeführt. Von Vorteil war zudem, dass wir besonders hinsichtlich der vorhandenen Brandschutzwand keine weiteren Kabelkanäle verlegen mussten.“

Weitere Funktionen können jederzeit hinzugefügt werden

Wenn in Zukunft weitere Funktionen gewünscht werden, wie beispielsweise zusätzliche Sensoren oder neue Funktionen einzelner Schalter (z.B. Das längere Drücken eines Schalters aktiviert eine separate Funktion), können diese jederzeit durch die LsDL in das System implementiert werden.